Dresden und Pirna – Mit Rollstuhl eine Reise wert!

Wir sollten am Samstag, den 1.7. zur Hochzeit nach Dresden, nein nach Pirna! 
Die Feier war sehr schön, aber davon soll hier nicht die Rede sein!
Pirna ist von Hamburg ein ganzes Stück weg, aber nach Dresden ist es von dort nur ein Katzensprung.
Damit war klar, wir bleiben noch etwas dort!
Zudem wollten wir ab Mittwoch noch zum RockHarz-Festival nach Ballenstedt im Harz.
Da wäre es blöd, erst wieder nach Hamburg zurück und anschließend wieder in den Harz zufahren.

Aber nun zu  Pirna und Dresden. Beide Städte liegen, wie Hamburg, an der Elbe.
Das ist schon mal gut!

Pirna

In Pirna gibt es eine sehr schöne Altstadt. Wir haben im Rahmen der Feier eine Stadtführung gemacht und dabei viel über das Leben im alten Pirna erfahren.
Aber auch das die Elbe nicht immer so friedlich, wie zur Zeit, in ihrem Bett dahin fließt.
Wasserstandsmarkierungen zieren einige Häuser.
Daran konnten wir ablesen, dass es z.B, bei der Flut 2002 Häuser gabt, bei den das komplette Erdgeschoss bis zur Decke geflutet war. Krass, wenn man es vor Ort sieht!

Die Nacht nach der Party hatten wir im Wohnwagen auf dem Parkplatz der Gaststätte verbracht.
War okay, aber ich brauchte Hilfe um zur Toilette zu kommen. Es gab zwar Rampen, aber die waren selbst mir etwas zu heftig! Egal, ging!

Am nächsten Morgen, nach einem ausgiebigen Frühstück, sind dann alle aufgebrochen und die Familie hat sich wieder in alle Winde zerstreut.
Aber toll mal wieder alle auf einem Haufen gesehen zu haben.
Wir haben Wohni abfahrbereit gemacht und sind  zum Campingplatz Waldcamping Pirna – Copitz umgezogen. Ein echt toller Campingplatz.
Ich schreibe unten etwas Camping-Content. 😉

 

Dresden

Tag 1

Das sich alle auf den Weg gemacht haben, war etwas geflunkert. Mit meinem Bruder, seiner Frau und ein paar Freunden haben wir uns am nächsten Tag in Dresden getroffen. Wir wollten nochmal zusammen Kaffee trinken.
Das taten wir in der Dresdener Trödelschänke.
Ein sehr nettes Lokal, aber absolut nicht barrierefrei.
Da wir draußen gesessen haben, aber kein Problem.
Danach trennten sich dann aber wirklich unsere Wege und wir ließen uns durch Dresden treiben. So machen wir das eigentlich immer. Ohne Plan und ohne wirkliches Ziel.
Okay ich wollte zur Semperoper, die Wupptität der Toiletten testen. Aber sonst hatten wir nichts vor.
Die Altstadt war quasi nur einmal über die Straße! Also los!

Wow, Dresden, wer hätte das gedacht! 
Den Beinamen Elbflorenz trägst Du (beinahe) zurecht! 
Wir können das beurteilen, waren wir doch erst letztes Jahr in Florenz.
Ich sogar zweimal! Ich Snob!
Aber wie sagt mein Kumpel Joachim immer:
“Ist doch egal, zahlen alles die Kinder – mit ihrem Erbe!” 🙂
Er hat so Recht!

An der Oper war dann eine Art OperAir. Es gab eine Fernsehübertragung auf einer Großbildleinwand, auch aus der Oper. Wir haben Bier und Burger genossen! Burger aus nem Foodtruck. Schmeckt auch nicht besser als aus nem Imbisswagen, klingt nur hipper!

Wir sind noch etwas herumspaziert und haben uns für den nächsten Tag vorgenommen, Karten für die Oper zukaufen.

Bei unserem Rundgang haben wir festgestellt, dass es in der Altstadt erfreulich viele Behindertenparkplätze gibt! Ein echter Pluspunkt!

Tag 2

Als wir aber am nächsten Tag die Karten für die Oper kaufen wollten, mussten wir feststellen, dass Dresden doch nicht Florenz ist. Das Haus in dem die Tickets verkauft werden ist nicht barrierefrei. Es gibt außen eine lapidare Klingel mit der Aufschrift “Barrierefreier Zugang, bitte klingeln”.
Ich tat, wie mir gewiesen wurde.
Kämen Donner, Rauch und Blitze?
Würde sich ein unsichtbares Portal öffnen? 
Nein, zu meiner großen Enttäuschung  tat sich nicht, wie erwartet, ein geheimer barrierefreier Eingang auf, sondern eine junge Dame lugte ums Eck. Sie sah etwas überrascht aus, mich dort im Rollstuhl warten zusehen.
Die Klingel wird wohl des Öfteren dazu genutzt, bei den Menschen der Theaterkasse Bewegungsanreize zusetzen, ohne das ein echter Kartenkaufbedarf besteht.
Leider wurde unser Kartenwunsch für ein Konzert am selben oder nächsten  Abend, abschlägig beschieden! Schade! Also kein Konzert in der Semperoper!
War auch etwas blauäugig! Wir werden es das nächste mal besser vorplanen.

Auf die fehlende Barrierefreiheit des Zuganges hin angesprochen, wurde mir von der Dame erklärt, es ginge nicht anders, da das Haus unter Denkmalschutz stehen würde.
Ich musste kurz lachen und habe Dresden daraufhin den Titel Elbflorenz aberkannt!
In Florenz sind wir in jede Sehenswürdigkeit barrierefrei hingekommen. In jede!
Aber immerhin  konnten wir noch eine Führung durch die Oper ergattern.
Wenigstens etwas. Nun hurtig hinüber, es sollte schließlich gleich losgehen!

   
Die Oper erwies sich als sehr schön, aber nicht wirklich barrierefrei.
Hinein geht es ganz gut. An der rechten Gebäudeseite gibt es eine nicht beschilderte Rampe. Muss man halt wissen.

Drin gibt es dann einen Aufzug. Aber ein sehr prunkvoll gestalteter Umlauf war trotzdem nicht erreichbar. Mir wurde, ob der Schönheit des Ganges, von Mitmenschen angeboten, mir zu helfen. Ich lehnte erst ab, aber sie waren hartnäckig. Ich ließ mir dann doch die Stufen hinauf helfen.
Zum Glück! Es hat sich gelohnt!
Der Konzertsaal selbst ist dann aber barrierefrei erreichbar.
Es gibt im Erdgeschoß auch Behindertentoiletten.
Einem Konzertbesuch steht also nichts im Weg. Ich werde das auf jeden Fall nochmal in Angriff nehmen.

   
Wir sind dann noch im Zwinger gewesen. Es gibt an der, von der Oper aus gesehen,
linken Seite einen Eingang mit Aufzug um auf den oberen Umlauf zukommen. Leider ist dieser Montags nicht in Betrieb! Hä, warum?
Von der Oper ausgesehen rechts gibt es eine Auffahrt auf den Umlauf. Diesen haben wir dann genommen. Es gibt von dort einen sehr schönen Blick über die Anlage! Es lohnt sich!

   
Ebenso lohnt ein Blick in die Frauenkirche!
Der barrierefrei Zugang mit Lift ist ausgeschildert! Schon besser! 😉
Auch der Rest ist wirklich sehenswert! Hier sei nur noch die Molkerei Pfund erwähnt.Die ist auch barrierefrei erreichbar und es gibt  krasse Kacheln zusehen. 

   
Tag 3

Wir wollten noch an der Elbe längs spaziert!
Dazu sind wir wieder mit dem Auto zur Oper gefahren und haben dort, wie gehabt, gut geparkt.
Es ging erst Elbabwärts. In der Nähe einer sehr großen Moschee ( Ich wusste gar nicht, dass es in Dresden so eine schöne Moschee gibt) sind wir über die Elbe und dann auf der Seite wieder elbaufwärts unterwegs gewesen. Wir hatten dabei sehr schön Blicke auf die Altstadt!

Na gut, Dresden ist auf einem guten Weg den Titel wieder zubekommen.
Wir werden auf jeden Fall wieder hin fahren.

   
Eine Storie noch zum Schluß.
Wir sind nochmal in die oben erwähne Trödelschänke.
Das Essen war einfach sehr lecker dort. Quarkkeulchen und Eierschecke vom Feinsten!
Nach einem langen Tag hatte ich allerdings ziemlich schmutzige Hände und wollte diese gern waschen. War ja nur leider nicht möglich, weil die Toiletten ohne Aufzug im Keller nicht erreichbar waren.
Auf meine Frage an die Bedienung, ob es eine andere Möglichkeit gibt, nickte die Dame kurz und kam dann mit einer Schüssel warmen Seifenwassers und einem Handtuch wieder!   Also das fand ich schon mal sehr pragmatisch!

Update: Ich dementiere ausdrücklich und entschieden das verwerfliche Gerücht des Herrn Peters, ich musste abwaschen, weil ich die Zeche nicht zahlen konnte. 😉

 
Waldcamping Pirna

Ein Klasse Campingplatz, soviel mal vorweg!

Wir standen auf dem Platz Waldcamping Pirna-Copitz.
Wir sind auf der Reisemesse in Hamburg auf den Platz aufmerksam geworden,
als wir Wohni gekauft haben.
Es gibt zwei Waschhäuser mit ausgezeichneten behindertengerechten Duschen und Toiletten. Das ganze dann noch sehr sauber!
Zum Platz selber:
Ab 14:Uhr kann man Anreisen.
Wir hatten wohl einen Behindi-Bonus und durften schon vorm Mittag rein!
Bis 12:00 Uhr ist Abreise!
 
Wir haben 25 € pro Tag incl. Strom, incl. Duschen und allem gezahlt.
Ich habe kein Laden gesehen.
Es gibt aber in fußläufiger Entfernung einen Supermarkt.
Der hat ganz gute Brötchen, die Brötchen vom Bäcker waren nicht ganz unser Geschmack!
Es gibt einen öffentlichen  Naturbadesee mit Rundweg!
Dieser hat auch Ausweichstellen für Rollies !1einself111!!
Vom Platz sind es nicht ganz 20km bis Dresden, also eigentlich Handbike bzw. Fahrrad Entfernung.
Vor allem weil es immer an der Elbe lang geht.
Haben wir dummerweise nicht gemacht!
Den Platz würden wir auf jeden Fall wieder nehmen.

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